IOTA: erlebt die Welt der Kryptowährungen eine Revolution?

IOTA-Kryptowährung

IOTA ist eine noch junge Kryptowährung, die erst im Juli 2016 an den Start gegangen ist. Weil diese völlig anders aufgebaut ist als alle anderen bekannten Kryptowährungen, sprechen Insider von einer Kryptowährung der dritten Generation. Der Grund: Es handelt sich hierbei um eine Kryptowährung ohne Blockchain.

Der Name setzt sich übrigens zusammen aus den Anfangsbuchstaben des Begriffs „Internet of Things Taken“.

Darum verzichten die Verantwortlichen bei IOTA auf eine Blockchain

Um die neue Währung zu etablieren, setzte man bei einem Problem an, das den bereits existierenden Kryptowährungen zunehmend zu schaffen macht: Die Blockchain wird mit jeder Transaktion umfangreicher und damit auch schwerer. Deshalb wird bei IOTA auf eine Blockchain im herkömmlichen Sinn verzichtet. Stattdessen setzt man auf einen sogenannten Tangle. Damit wurde mit IOTA erstmals eine Idee realisiert, die in der Community schon seit geraumer Zeit diskutiert wird. Umgesetzt sollte diese Idee unter anderem bereits bei der DagCoin werden, jedoch scheiterten die Programmierer in der Vergangenheit an der Praktikabilität.

Ein schnelles Leichtgewicht

Das Tangle-Konzept wurde gewählt, um dafür zu sorgen, dass diese Kryptowährung auch künftig schlank und schnell bleibt. Das wiederum lässt sich dadurch erreichen, dass es eben nicht mehr notwendig ist, die Blockchain mitzutragen. Darüber hinaus soll der Tangle noch weitere Vorteile bieten. Dazu gehören:

  • die Dominanz großer Mining-Pools soll verhindert werden,
  • es soll ein Schutz vor Quantencomputern gewährleistet sein,
  • auch kleinste Zahlungen sollen rasch vorgenommen werden können,
  • die Anforderungen an die Hardware sind deutlich geringer als für andere Kryptowährungen.

Dadurch soll IOTA in der Lage sein, eine Bezahlungs- und Kommunikationsgrundlage des sogenannten Internet of Things zu werden.

Was ist das Internet of Things?

Das „Internet der Dinge“ gilt als zweite digitale Revolution. Dieses soll unter anderem als Mittler zwischen verschiedenen Kryptowährungen fungieren. Hier erfolgt die Kommunikation – die auch Supplementation genannt wird – mit den Blockchains der verschiedenen Kryptowährungen direkt. Das wiederum hätte zur Folge, dass sich die Sicherheit noch einmal massiv erhöht.

Beim „Internet der Dinge“ wird die digitale Welt bis hin zu künstlicher Intelligenz ergänzt. Das Ziel lautet, dass der Mensch unmerklich bei seinen Tätigkeiten durch das Internet der Dinge unterstützt wird. Weil die entsprechenden Computer immer kleiner werden, lassen sie sich einfacher einbetten und lenken nicht ab oder fallen auf. Derartige Computer in Miniaturformat können beispielsweise mit verschiedenen Sensoren ausgestattet und direkt in Kleidungsstücke eingearbeitet werden. Diese Vision beschrieb der US-amerikanische Informatiker Mark Weiser erstmals 1991 in seinem Aufsatz „The Computer for the 21st Century. Den Begriff „Internet of Things“ prägte hingegen Kevin Ashton acht Jahre später.

Durch IOTA werden also Antworten auf unterschiedliche praktische Fragen gegeben, weshalb auch ein anderer Ansatz als bei Altcoins der zweiten Generation wie beispielsweise

  • NXT
  • NEM oder
  • Qora

verfolgt wird. Weil es sich bei diesen Coins um größere Ökosysteme handelt, die zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bieten, ist die jeweilige Blockchain entsprechend umfangreich und schwer.

Das unterscheidet IOTA von anderen Kryptowährungen


Diese Kryptowährung der dritten Generation bietet weder einen Marktplatz noch eine Asset-Exchange oder andere vergleichbare Features. Den Entwicklern ging es im Grunde nur darum, die Kernkompetenz – also Abwicklung von Zahlungen in Echtzeit – mit möglichst einfachen Mitteln umzusetzen. Genau das könnte nun, nachdem abzusehen ist, dass eine Marktkapitalisierung der 2.0 Währungen erfolgen dürfte, der Schlüssel zum Erfolg für IOTA sein. Denn obwohl der Markt längst darauf wartet, ist es bislang noch zu keinem nennenswerten Durchbruch gekommen.

Und auch ein Mining, wodurch neue Münzen erstellt werden, ist bei IOTA nicht notwendig. Hier werden die Coins vielmehr bereits vor dem Start verteilt und können anschließend für Transaktionen genutzt werden.

So sieht das Kernprinzip von IOTA aus

Bei dieser neuen Kryptowährung werden in Echtzeit Mikrotransaktionen durch unterschiedliche dezentrale Operationen über eine Vielzahl von Sensoren, die untereinander vernetzt sind, durchgeführt. Eine Vergütung wird unabhängig von der Art der jeweiligen Operation gewährleistet. Zu den möglichen Operationen gehören:

  • Distributed Data, also die verteilte Nutzung von Daten,
  • Distributed Storage, also eine verteilte Datenhaltung,
  • Distributed Bandwith, worunter die verteilte Nutzung der diversen Bandbreiten zu verstehen ist,
  • Distributed Energie, welche die verteilte Nutzung von Energie umschreibt.

Im Grunde verfolgen die Entwickler von IOTA also das Ziel, für das Internet der Dinge eine erste offene Plattform zu entwickeln. Die dezentralen Ressourcen werden über Milliarden von Sensoren berechnet, geteilt, verwaltet und vergütet. Grundsätzlich könnte sich das Projekt in diesem Bereich sogar zu einem allgemein anerkannten Standard entwickeln. Deshalb wurde auch ein Open Source Konzept entwickelt, weil dadurch eine breite Akzeptanz erreicht werden kann.

An die Investoren wurden anteilig rund 2,8 Millionen Einheiten dieser Währung verteilt. Dass eine derart hohe Zahl an IOTA-Einheiten ausgeschüttet wurde, hat übrigens einen guten Grund: Ursprünglich sollte eine kleinere Zahl von Einheiten ausgegeben werden. Jedoch befürchtete man, dass es bei Transaktionen mit achtstelligen Nachkommastellen Probleme bei den Sensoren geben könnte. Deshalb entschloss man sich, bei Transaktionen mit IOTA komplett auf Nachkommastellen zu verzichten. Daher musste aber auch die Zahl der Einheiten insgesamt maximal ausgeschöpft werden.

Was ist der Tangle?

Statt auf einer Blockchain basiert IOTA auf einem Tangle. Hierbei handelt es sich um einen azyklischen und dezentralen Graphen. Dank dieser Struktur ist es einfacher, die Transaktionen in IOTA besser skalierbar zu machen. Pate für die Idee von IOTA ist übrigens ein norwegisches Start-up, das Mikroprozessoren für das Internet der Dinge entwickeln wollte. Im Zuge der Entwicklung stellte man jedoch fest, dass im Grunde nur ein funktionierendes Payment-System gebraucht wird. Weil dies jedoch mit den vorhandenen technischen Lösungen nicht realisierbar war, wurde die Kryptowährung IOTA entwickelt.

Dominik Schierer sagt:

„Wenn man sich heute eine Blockchain anschaut, ist das ein einziger chronologischer Strang, der Block auf Block setzt. Das hat Beschränkungen, etwa das 10 Minuten Intervall bei Bitcoin. Was IOTA nun macht, ist, dass es anstatt einen Strang viele Stränge benutzt“, erklärt Dominik Schierer. Und weiter: „Die Transaktionen sind miteinander verbunden, und jeder, der eine Transaktion absendet, nimmt am Konsens teil. Wenn du eine neue Transaktion bildest, musst du zwei vorherige Transaktionen verifizieren. Du musst also prüfen, ob der Account gedeckt, es keine widersprechende Transaktionen gibt und ob die Signatur korrekt ist.“ Zitat: Bitcoinblog

Damit ist die Tangle, das Herzstück von IOTA gewissermaßen eine Datenbank, in der sich selbst verifizierte Transaktionen gespeichert sind. Ähnlich wie eine Blockchain kann auch diese endlos weiter wachsen.

„Es gibt aber die Möglichkeit, einen Snapshot zu machen, ab einem bestimmten Zeitpunkt, sodass man nicht die ganze Transaktionsgeschichte aufzeichnen muss.“ Zitat: Bitcoinblog

Der Snapshot hat insgesamt eine geringere Größe, weil es statt UTXO wie bei Bitcoins, bei IOTA lediglich Accounts gibt. Und auch an einen zusätzlichen Schutzfaktor haben die Macher von IOTA gedacht: Im Algorithmus des Tangle wird auf Zufallsbasis entschieden, welche Transaktionen verifiziert werden müssen, bevor die neue Transaktion abgeschickt werden kann

Die Vision hinter IOTA

Die Vision von Co-Gründer Dominik Schierer lautete, eine Software für autonome Maschinen zu entwickeln, die sich gegenseitig bezahlen können. Möglichen Investoren hat er dieses Projekt in Berlin im Sommer 2016 vorgestellt. Zusammen mit seinem Team und den Entwicklern wollte er nicht weniger schaffen, als ein Projekt, welches „das Rückgrat einer autonomen Ökonomie der Maschinen“  (Zitat: Bitcoinblog) darstellen kann. Beim Vorverkauf Ende 2015 hatte das Projekt einen Betrag von 500.000 US-Dollar eingenommen, nur wenige Monate später hatte es bereits einen Wert von über 15 Milliarden US-Dollar erreicht.

Das Machine-to-Machine-Payment: wofür wird es gebraucht?

Iota - Bezahlung von Maschine zu Maschine

Bereits seit einigen Jahren wird über die Idee diskutiert, dass eines Tages die verschiedensten Maschinen direkt miteinander reden können sollten, im privaten Haushalt ebenso wie in der industriellen Fertigung. Das wäre zumindest ein erster Schritt der künftigen Entwicklung. Denn ebenso gut können Maschinen auch andere Maschinen dafür bezahlen, dass sie eine Tätigkeit ausführen. Beispielsweise ist es denkbar, dass das Auto die Parkgebühren direkt an den Sensor des Parkplatzes bezahlt oder eine zusätzliche Entlohnung erfolgt, wenn der Sensor dem Fahrzeug mitteilt, welche Parkplätze noch frei sind. Der Kühlschrank könnte aber auch eigenständig und eigenverantwortlich Milch bestellen, wenn diese zur Neige geht, selbst eine Kommunikation und Bezahlung zwischen Wettersensoren und Solaranlagen sind denkbar.

Damit derartige Bezahlungen erfolgen können, gibt es im Grunde zwei Modelle: Der Besitzer der jeweiligen Maschine kann – wie auch in der Vergangenheit – per Lastschrift oder Kreditkarte bezahlen, während die Maschinen die jeweiligen Posten lediglich dokumentieren. Zwar lässt sich dieses Modell schon in der Gegenwart umsetzen, jedoch bringt es auch einige Nachteile mit sich. Beispielsweise werden Vermittler benötigt, die nicht zwangsläufig kompatibel miteinander sind. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass der Besitzer des Gerätes aufgrund eines Bugs oder eines Fehlers in die Schuldenfalle getrieben wird.

Verwahren hingegen die Maschinen selbst das Geld, um damit zu bezahlen, ergeben sich noch weitere Möglichkeiten. IOTA könnte es beispielsweise möglich machen, dass Maschinen mit anderen Geräten oder selbst mit Menschen Geschäfte machen.

Warum sich Kryptowährungen bislang nicht für Maschinen eigneten

Beim Machine-to-Machine-Payment gibt es allerdings bisher noch ein Problem: Sensoren oder Maschinen bekommen schlicht und ergreifend kein eigenes Bankkonto. Aus diesem Grund sind Kryptowährungen auch für das Technologie-Unternehmen Bosch interessant. Denn das Potenzial von Maschinen, die eines Tages ihre Daten miteinander tauschen können, wird auf etwa 50 Milliarden Geräte geschätzt. Sollte der M2M-Markt tatsächlich entstehen, wird also auch ein Payment-System benötigt, durch das sich eine riesige Menge von Transaktionen in Echtzeit durchführen lassen – eben genau das, was IOTA möglich machen kann.

 

    blockchain-hero

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