Ist die Blockchain jetzt in der Realität angekommen?

Blockchain-Blockkette

Blockchain und virtuelle Währungen sind noch Wörter welche so manchem Verbraucher etwas suspekt vorkommen. Immerhin handelt es sich hierbei um Begriffe aus dem Bereich der Kryptowährung, einem relativ jungen Feld in der Finanzwirtschaft. Doch mit ihr ist sehr viel mehr möglich, als nur digitale Währungen zu verwalten.

Die Blockchain erklärt sich also als eine Möglichkeit für vielfältige Anwendungen.

Was kann die Blockchain Technologie?



Bei der Blockchain handelt es sich um eine Datenbank, die dadurch vor Manipulation gesichert ist, dass jeder Datensatz mit dem nachfolgenden kryptographisch verkettet wird. Blockchain Anwendungen gehen also weit über den Einsatz bei Kryptowährungen hinaus. Blockchain Beispiele können sich nahezu in allen verteilten Systemen finden lassen, wodurch die Sicherheit von Transaktionen im Vergleich zu einem zentralen System verbessert und vereinfacht wird. Verschiedene Möglichkeiten werden bereits im Alltag getestet oder sollen in naher Zukunft ausprobiert werden. Vor allem für das Bankgeschäft hat die Blockchain ein immenses innovatives Potenzial. Dr. Patrick Pohl, seines Zeichens Managing Director sowie der Leiter Produkte Mittelstand bei der Deutschen Bank, findet jedoch auch warnende Worte und bremst die Euphorie: Nicht alles, was diese moderne Datenbank-Technologie verspreche, sei auch realistisch umsetzbar. Nichtsdestotrotz laufen weltweit bereits verschiedene Blockchain Projekte an.

Staatliche Verträge sollen in Japan via Blockchain verwaltet werden

Wie das japanische Außenministerium im Sommer 2017 verlauten ließ, soll die Technologie der Blockchain im Fernen Osten in die staatliche Verwaltung integriert werden: Ab April 2018 beginnt die Testphase für ein Verwaltungssystem, das auf einer Blockchain basiert und mit dem staatliche Ausschreibungen verwaltet werden sollen. Den Behörden soll es dadurch möglich gemacht werden, die Daten der beauftragten Unternehmen miteinander auszutauschen. Insgesamt vergibt Japan alljährlich Aufträge mit einem Volumen von rund 600 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert entspricht 38,3 Prozent aller öffentlichen Ausgaben, beziehungsweise 16,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die fernöstliche Wirtschaftsmacht erhofft sich durch die spezielle Funktionsweise eine bessere Schnittstelle zwischen der öffentlichen Verwaltung und privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Japan ist aber beileibe nicht das einzige Land, das die Blockchain Vorteile auf diese Art nutzen möchte. So arbeitet auch die Ukraine daran, die staatlichen Ausschreibungen über eine Blockchain zu organisieren, während in den USA die Verträge aus dem öffentlichen Sektor eines Tages per Datenbank-Technologie abgewickelt werden sollen.

Blockchain News: Schweden nutzt die Datenbank-Technologie für Grundbucheintragungen

In Schweden wurde bereits 2016 daran geforscht, die Blockchain Funktionsweise so zu nutzen, dass diese von Grundbuchämtern genutzt werden kann, die letzte Testphase wurde im Mai 2017 abgeschlossen. Und schon kurze Zeit später hatte das Grundbuchamt Lantmäteriet damit begonnen, die Eigentümer und Grundstücke in einer Blockchain zu erfassen. Zwar ist die Digitalisierung der Grundbuchämter bereits sehr weit fortgeschritten, jedoch versprechen sich die Verantwortlichen durch die moderne Datenbanktechnologie eine weitere Steigerung der Effizienz.

Konkret will die schwedische Regierung durch die Nutzung einer Blockkette alljährlich rund 100 Millionen Euro einsparen, die bislang für die Verwaltung – aber auch für Betrugsfälle – ausgegeben werden. Allerdings ist es fraglich, ob dieses Blockchain Beispiel auch tatsächlich die erhofften Einsparungen mit sich bringt. Notwendig wäre die Einführung einer Blockchain eher in Ländern, in denen Korruption ein weit verbreitetes Phänomen ist und nur unvollständige Grundbucheinträge vorliegen. Betroffen dürften hiervon vor allem süd- und mittelamerikanische Staaten sein. An entsprechenden Blockchain-Lösungen arbeiten beispielsweise

  • Brasilien
  • und Honduras.

Schweden könnte allerdings den betreffenden Ländern, die nicht über das entsprechende Know-how verfügen, als Vorbild dienen.

Blockchain in Schweden für Grundbucheintragungen genutzt

Indien: jetzt gibt es hier Blockchain-Versicherungen

Wie das indische Magazin BusinessLine im Sommer 2017 veröffentlichte, will die Bajaj-Allianz-Versicherung zwei auf einer Blockchain basierende Versicherungen anbieten, die sich vorwiegend an die Zielgruppe der Kraftfahrer und Reisenden richtet. Die Bajaj-Versicherung ist Teil des deutschen Allianz-Konzerns, der durch den Einsatz der Datenbank eine deutliche Reduzierung der Zeiten für die Abwicklung von Schadenansprüchen erreichen möchte. Konkret handelt es sich um die Produkte

  • „Travel Ezee“, eine Reiseversicherung,
  • die Kfz-Versicherung „On the Spot“.

In beiden Fällen sollen die Forderungen in der Datenbank verwaltet werden, sodass eventuelle Ansprüche deutlich schneller abgewickelt werden können. Zahlungen könnten dadurch im günstigsten Fall bereits nach 20 Minuten geleistet werden. Denn nahezu zwei Drittel aller Schäden sind lediglich kleinere Schäden, bei denen die Versicherungssummen entsprechend gering sind. Insgesamt erhofft sich die Versicherung dadurch eine Kostensenkung in der Verwaltung.

Europäische Union fördert das Start-up Billon mit zwei Millionen Euro

Wie im Juli bekannt wurde, hat Billon, ein sogenannter Blockchain-Zahlungsdienstleister mit Sitz in Großbritannien kürzlich finanzielle Mittel aus dem Fonds Horizon 2020 der Europäischen Union erhalten. Dabei handelt es sich um den größten Investitionsfonds, den die Europäische Union unterhält.

Mit dieser Fördersumme will der Dienstleister den Ausbau der DTL-Technologie forcieren, sodass Zahlungen zwischen Unternehmen sofort und direkt geleistet werden können. Dadurch könnten die Bereiche Content-Monetarisierung und eCommerce weiter optimiert werden. Diese Technologie soll es möglich machen, dass die Transaktionskosten auf ein Minimum reduziert werden. Dadurch sollen sich auch sogenannte Micropayments, also der Transfer kleiner Geldbeträge, wirtschaftlich durchführen lassen. Der Managing Director für den Bereich Digital Payment Business von Billon, Tadeusz Kuropatwinski, sagt dazu:

„Wir glauben, dass Content-Monetarisierung und eCommerce einer der großen Treiber hinter der globalen Nachfrage nach Micropayments, insbesondere in den Entwicklungsländern, sein werden. Billon strebt an, seine Händlerdienstleistungen für eCommerce und Content-Monetarisierung diesen Herbst in Polen und 2018 dann in Großbritannien anzubieten.“

Mit diesem Vorhaben würde Billon erstmals eine Cloud- und mobile Peer-to-Peer Lösung für sogenannte Fiatwährungen auf Basis von DLT anbieten. Die ersten Versuche im Bereich der Content-Monetarisierung konnten bereits 2016 erfolgreich durchgeführt werden. Billon hat mit der Unterstützung der Europäischen Union allerdings nicht zum ersten Mal Mittel aus öffentlichen Förderprogrammen in Anspruch genommen. Bereits im November 2016 hatte sich das Start-up beim Sandbox-Programm beteiligt, das die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority aufgelegt hatte.

Russische Airline gibt Flugtickets über die Blockchain aus

Schon seit Juli 2017 wickelt die Airline S7, eine der größten Fluglinien Russlands, den Ticketverkauf über die Blockchain von Ethereum ab. Unterstützt wurde die Fluglinie für die Umsetzung von der Alfa-Bank, wie das Nachrichtenmagazin Kommersant berichtete. Allerdings wurde nicht ersichtlich, ob es sich dabei um eine öffentliche oder um eine private Datenbank handelt. Die Airline S7, die mit etwa 9,5 Millionen Fluggästen als zweitgrößte Airline des Landes gilt, will durch diese Technologie die Transaktionszeit zwischen Vermittlern und Airline reduzieren, die bislang bei einem Zeitraum von etwa zwei Wochen liegt. Und auch der Zahlungsverkehr soll schneller und effektiver abgewickelt werden können, weil Kommissionen, welche die Vermittler erhalten, automatisch vom Rechnungsbetrag abgezogen werden können.

Die Blockchain in der Autoindustrie: Renault plant, die Reparaturdaten in einer Datenbank zu sichern

Blockchain Renault

Wie im Sommer 2017 bekannt wurde, arbeitet der französische Autohersteller Renault an einem blockbasierten und digitalen Wartungsbuch für Reparaturen an den Fahrzeugen. Einen Prototyp entwickelt der Autohersteller in enger Zusammenarbeit mit Microsoft, der Microsoft-Cloudplattform Azure und VISEO, einem Blockchain-Unternehmen. Als wichtigstes Ziel gibt Renault an, dass in der Datenbank sämtliche Wartungsinformationen der Händler und der Werkstätten in der Datenbank zusammengefasst werden sollten. Sämtliche Informationen könnten dadurch mitsamt eines Zeitstempels übersichtlich auf einer Plattform abgerufen werden. Diese Möglichkeit ist nach Meinung der Verantwortlichen bei Renault nicht nur für die Händler und Werkstätten, sondern auch für die Versicherungsunternehmen interessant.

„Das digitale Wartungsbuch wird es uns ermöglichen, unsere Kunden mit neuen Dienstleistungen in einem Ökosystem von Händlern und Versicherern zu versorgen. Die Blockchain-Technologie kann ein dafür zuverlässiges Vertrauens-Protokoll erschaffen“, kommentiert Elie Elbaz, bei Renault als Direktor für Digitalisierung tätig, die Pläne.

Einen ersten Berührungspunkt mit der modernen Datenbank-Technologie hatte es bei Renault schon in der Vergangenheit gegeben. So hatte die hauseigene Renault-Bank am Blockchain-Konsortium R3 teilgenommen. Die Pläne von Renault kommen allerdings nicht allzu überraschend. Denn mittlerweile laufen bei allen großen Autoherstellern Forschungen rund um die Blockkette.

Eine Produkte-Blockchain: Die Vorbereitungen laufen bei Blocknet

Die vorläufige Wallet soll von Blocknet beendet werden, um eine dezentrale Börse starten zu können. Damit soll auch der eigentliche Wert der Blocknet-Tokens ersichtlich werden. Die bisherige Wallet, die im Oktober 2014 eingeführt wurde, diente im Grunde lediglich als Sicherung, bis die ersten Blockchain-Lösungen an den Start gehen konnten. Die Entwickler hatten dabei das Hauptaugenmerk darauf gelegt, eine dezentrale Börse zu entwickeln. Der erste wichtige Schritt, um diese schließlich möglich zu machen, ist nun der Start der endgültigen Blockchain. Im Vergleich zu einer zentral organisierten Börse soll der Nutzer in der dezentralen Variante keinerlei Einschränkungen der Funktion hinnehmen müssen. Zudem soll er neben dem vollen Datenschutz die Freiheit und die Sicherheit erhalten, seine eigenen Werte selbst kontrollieren zu können.

Nachdem zum Test kontinuierlich mehr Trades mit insgesamt neun verschiedenen Kryptowährungen abgewickelt wurden, kann die vorläufige Wallet nunmehr geschlossen werden. Damit wird die Grundlage dafür geschaffen, dass Token Ökosysteme neu geschaffen werden. Deren Kerndienste sollen aus einer dezentral organisierten Börse, der Steuerung verschiedener Datenbanken sowie der Datenaustausch zwischen einer Blockchain und der anderen bestehen.

Was ist die Blockchain?

Unter einer Blockchain (auch Block Chain, englisch für Blockkette) wird eine Datenbank verstanden, deren Integrität (Sicherung gegen nachträgliche Manipulation) durch Speicherung des Hashwertes des vorangehenden Datensatzes im jeweils nachfolgenden, also durch kryptographische Verkettung, gesichert ist. Das Verfahren ist die technische Basis für sogenannte Kryptowährungen, kann aber ggf. darüber hinaus in verteilten Systemen zur Verbesserung/​Vereinfachung der Transaktionssicherheit im Vergleich zu zentralen Systemen beitragen. Definition – Wikipedia

Das Geschäftsmodell

Grundsätzlich muss jeder Service zwischen verschiedenen Datenbanken einen kryptoökonomischen Aufbau besitzen, der tadellos ist. Nur so lässt sich innerhalb des Netzwerkes das notwendige Maß an Sicherheit gewährleisten. Notwendig ist für die dezentralisierte Organisation aber ein System ohne Zwischenhändler – sowohl Händler als auch Vermittler sind also beim Token-Handel ausgeschlossen. Um dies zu gewährleisten, wurden Serviceknoten, sogenannte Service-Nodes, eingeführt. Sobald die Haupt-Blockchain gestartet ist, sollen die Service-Nodes allerdings noch kontinuierlich weiterentwickelt werden. Die endgültige Blockkette soll dabei helfen, die Entwicklungszeit deutlich zu verbessern, indem die Code-Basis auf eine Grundlage wechselt, die mit der jeweiligen Bitcoin Core verknüpft ist.

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