Blockchain Technologie – Meteoriteneinschlag in die Bankenlandschaft?

Blockchain Technologie - Ende der Banken?

Es war einmal, da beherrschten Dinosaurier die Welt. Riesig waren sie, ein Sinnbild für Macht.Nicht umsonst findet sich der Begriff in den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen häufiger, als in allen Geschichts- und Biologiebüchern zusammen. Er ist zu einer beliebten Umschreibung für traditionsreiche, riesige Unternehmen geworden - besonders in der Bankenlandschaft.

Doch es gibt noch einen anderen Sprachbereich, in dem "Dino" statistisch gesehen signifikant häufiger auftaucht: im Slang unserer Jugend. Hier steht er nicht so sehr für Großes, Mächtiges, sondern vor allem für Altes und Überholtes - Alles, was bald nicht mehr sein wird.

Könnte die Blockchain Technologie das Ende der Bankendinosaurier bedeuten?​

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Wie wir alle wissen: So groß und mächtig die Saurier zu ihrer Zeit auch waren. Ihre Zeit ging irgendwann zu Ende. Der Theorie nach durch einen katastrophalen Meteoriteneinschlag auf der Erde, der die globalen Umweltbedingungen in einem Tempo umwälzte, an welches die riesigen Wesen sich einfach nicht anpassen konnten.

Rasante Veränderungen kennen wir heute vor Allem aus der Computerindustrie und dem Internet. Schlummert hier mit der Blockchain Technologie vielleicht der nächste Meteorit? Für die Bankenwelt? Der Tod für alle Dinos darin?

Vertrauen in Banken auf dem Tiefpunkt

Diese Schlagzeile findet sich seit der Finanzkrise 2008/2009 immer wieder in den Massenmedien. Im Großen Bild fällt das Vertrauen in die Banken also kontinuierlich weiter. Die zwischenzeitlichen Tiefpunkte - egal ob liquidierte Immobilienfonds, Libor-Skandal, milliardenschwere Gerichtsverfahren deutscher Banken in den USA, miese Noten von Stiftung Warentest in der Beratung oder zuletzt Negativzinsen und nun auch noch Gebühren für Bargeldabhebungen - waren in der Rückbetrachtung immer nur lokale Extrema.

Der große Trend im Vertrauen zeigt weiter nach unten. Der nächste Tiefpunkt ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Dabei ist Vertrauen doch seit jeher die wichtigste Währung der Banken.

Eine kurze Geschichte des Geldes

Um zu verstehen, warum das so ist, muss man einen kleinen Blick in die Vergangenheit und in die Theorie des Geldes werfen. Geld ist nämlich entgegen der landläufigen Meinung keine Erfindung. Es ist eine Entdeckung. Ein natürliches Phänomen.

In einer Volkswirtschaft mit mehreren, spezialisierten Teilnehmern ist der indirekte Tausch dem direkten überlegen. Wenn man Äpfel anbietet und Birnen haben will, kann man entweder wochenlang jemand suchen, der Birnen anbietet und Äpfel haben will. Oder man findet sehr schnell jemand, der Äpfel haben will und tauscht es gegen X. X kann man dann bei Jedermann, der Birnen anbietet gegen Birnen tauschen. Denn mit X kann jeder etwas anfangen. X ist das marktgängigste Gut.​

X ist Geld.

In der historischen Entwicklung hatten sich zunächst verschiedene Metallmünzen als Geld durchgesetzt, vor allem Gold und Silber. Sie boten sich deshalb als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel an, weil man sie auch ein paar Tage liegen lassen konnte, bevor man sie weiter tauschte. Ganz ohne Qualitätseinbußen, anders als wenn man zum Beispiel mit Fischen als Währung umgehen würde.

Gold und Silber ermöglichten also Kassenhaltung über einen beliebigen Zeitraum. Zudem waren die Materialien sehr schwierig zu beschaffen. Ein gewisser Arbeitsaufwand steckte als "intrinsischer Wert" in diesen Gegenständen. Gold- und Silbermünzen konnten also schon von ihrer Entstehungsgeschichte her nie wertlos werden.

Doch sie waren in größeren Mengen umständlich. Also kamen Kaufleute auf die Idee, die physischen Münzen sicher zu verwahren und dafür Lagerscheine auszustellen. Bald zeigte sich, dass diese Lagerscheine sich viel bequemer im täglichen Handel einsetzen ließen und jedermann tauschte zukünftig direkt diese Lagerscheine, statt der Münzen. Immerhin garantierte ja der Kaufmann dafür, die Scheine jederzeit wieder in Gold oder Silber einzutauschen. Und er genoss sehr viel Vertrauen.

Fortan waren diese Lagerscheine also das neue marktgängigste Gut. Und die ersten Banken waren geboren.​

Die Entstehung von Giralgeld

n dem Maße, wie sich jedoch das "Papiergeld" Lagerschein als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel durchsetzte, nahmen die Eintauschvorgänge bei den Banken ab. Das nennt man heute in der Fachsprache Bodensatztheorie.

Etwas Gold und Silber verblieb immer im Tresor, also kamen einige Bankiers damals auf die Idee, das ihnen entgegengebrachte Vertrauen zu missbrauchen. Sie zahlten ihre Rechnungen zukünftig nur noch mit den Lagerscheinen. Denn die waren in der Herstellung ja deutlich billiger, als der Gegenwert an Gold und Silber, den sie versprachen.

Wer diese Erkenntnis zuerst für sich nutzte, konnte sagenhaften Reichtum erlangen. Deshalb war dieser Prozess sehr verlockend. Das Nachsehen hatten alle braven Bürger, die den Bankiers vertraut hatten. Denn als durch Zufall mal mehrere Menschen gleichzeitig ihre Lagerscheine gegen Münzen eintauschen wollten, reichte das Geld in den Tresoren der Bank nicht mehr. Zum ersten Mal in der Geschichte zeigte sich der Nachteil von Zahlungsmitteln, deren intrinsischer Wert vom Nominalwert abweicht. Sie basieren nur auf Vertrauen.

Blockchain Technologie - Das Ende des Giralgeldes?

Geld ohne Wert - dafür mit viel Gegenparteirisiko

Zurück in die Gegenwart: Gold und Silber werden heute gerne als "barbarisches Relikt" betitelt, schon beim Bargeld ist der aufgedruckte Nominalwert viel höher als der intrinsische Herstellungswert. Noch dazu verfahren die Banken damit genau so, wie damals: Die Einlagen der Kunden (die Guthaben auf unseren Konten) sind nicht im Geringsten durch Bargeld gedeckt.

Die Zahlen auf unseren Kontoauszügen sind nur Versprechen der Banken, uns das Guthaben auch wieder in Bargeld einzutauschen. Ein Versprechen, welches gesamtwirtschaftlich gar nicht gehalten werden kann, wenn man zum Beispiel die Menge an Euro-Bargeld mit der Summe aller Bankeinlagen vergleicht.

Auch wenn dieses Wissen nur wenigen Menschen wirklich klar ist: Das ungute Gefühl bezüglich unseres Geldes ist weit verbreitet. Und der Wunsch nach einem Geld, welches nicht von fremder Hand beliebig vermehrt werden kann, brodelt.

Irgendwo unter der Oberfläche. Wild wie ein Vulkan.

Das zeigt sich in der atemberaubenden Nachfrage nach der neuen Blockchain Technologie, in Form von Bitcoin, Etherium, Dash und Co.

Negativzinsen statt Rendite

Hinzu kommen Entwicklungen, die den Banken noch auf anderer Ebene Probleme bereiten. Inzwischen ist das Zinsniveau so weit abgesunken, dass für breite Teile der Bevölkerung etwas ersichtlich wird: Die "risikolose" Rendite auf dem Sparbuch ist ein Märchen.

Im heutigen Giralgeldsystem, in dem Liquidität einfach bei der Kreditvergabe per Knopfdruck aus dem Nichts geschaffen wird, ist die Einlage bei der Bank nur ein notwendiges Übel für diese. Sie schafft ihr keinen Mehrwert. Daher kann der Zins auf Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Co auf lange Sicht niemals über der wahren Inflationsrate liegen.

Jahrzehntelang ließ sich dieser Sachverhalt gut verstecken, indem einfach die Inflation falsch gemessen wurde.

Doch bei einem Zinssatz unter 0 lässt sich nur schwer verschleiern, dass Bankeinlagen auch für den Verbraucher ein miserables Geschäft sind.

Nun auch noch Gebühren beim Geld Abheben

Zudem haben die Banken noch an ganz anderer Stelle das Vertrauen ihrer Kunden zu lange missbraucht. Dadurch, dass die Margen im originären Bankgeschäft schon seit Jahrzehnten rückläufig sind, haben sich immer mehr Institute auf das Geschäft mit der "Beratung" eingelassen. Sie empfehlen Ihren Kunden gewisse Finanzprodukte, wie zum Beispiel Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Zertifikate oder teure Fonds und kassieren dafür kräftig Provision. Die Höhe der Provisionszahlungen dabei wird natürlich so gut wie möglich vertuscht, denn es dreht sich hier um enorme Summen.

Banken - Crash

Und hohe Provisionen verleiten immer zu Falschberatung. Der Bankberater ist in erster Linie Verkäufer. Sein Auftraggeber ist der Produktanbieter, nicht der Kunde.

Doch nach und nach kommen die Verbraucher dahinter, dass sie es sind, die am Ende die Zeche zahlen. Mit den versteckten Gebühren in den Finanzprodukten.

Und so schwindet auch an dieser Stelle das Geschäft und einige Institute können das originäre Bankgeschäft nicht mehr hinreichend über das Provisionsgeschäft refinanzieren. Die Folge sind inzwischen sogar schon Gebühren fürs Geld Abheben bei einigen Sparkassen.

Das "kostenlose Girokonto" ist nur ein Lockvogelangebot, um die Kunden an anderer Stelle abzuzocken. Diese Erkenntnis setzt sich bei vielen Menschen nach und nach durch. Und damit wird es wieder interessant, auch für den Zahlungsverkehr Anbieter zu nutzen, welche diesen bepreisen. Wie es zum Beispiel bei PayPal oder bei der Blockchain Technologie der Fall ist.

Blockchain Technologie - das Ende der Banken?

Die Blockchain Technologie ist eine spezielle Form einer Datenbank. Sie ist gegen nachträgliche Manipulation der in ihr gespeicherten Daten geschützt, indem die einzelnen Datensätze rekursiv erzeugt werden, das heißt: Jeder Datensatz ("block") beruht zum Teil auf einer funktionalen Herleitung des vorherigen Datensatzes. Die einzelnen Datensätze bilden also ein Kette ("chain"), in der man nachträglich kein Glied (Datensatz) manipulieren kann, ohne dass sich die gesamte nachfolgende Kette mit verändern würde.

Zur Blockchain Technologie wird diese Art der Datenbank dann durch eine dezentrale Speicherung. Die gesamte Kette ist auf allen Knotenpunkten (teilnehmenden Rechnern) des Netzwerkes gespeichert. Sie ist öffentlich einsehbar. Jedem Teilnehmer im Netzwerk ist der aktuelle Block bekannt.

Man müsste (je nach verwendetem Protokoll) einen gewissen Prozentsatz aller Speicherorte gleichzeitig manipulieren, um die Manipulation im gesamten Netzwerk durchzusetzen. Das kann zum Beispiel im Bitcoin Netzwerk mit über 6.000 Netzwerkknoten und 50,1% Mehrheitsgrenze als ausgeschlossen betrachtet werden.

Die nachfolgenden Blöcke werden per Konsensverfahren erzeugt. Erst wenn im Netzwerk eine Einigkeit über die Gültigkeit des nächsten Blocks vorliegt, wird die Kette um ein Glied erweitert.

In diese neuen Blöcke können nun (je nach Protokoll) verschiedene Sachverhalte niedergeschrieben werden, beispielsweise Besitzverhältnisse.

Mit der Blockchain Technologie lässt sich also die Notwendigkeit einer zentralen Instanz, welche die Glaubwürdigkeit von Transaktionen bescheinigt, umgehen. Transaktionen werden dezentral beglaubigt, per Konsensverfahren.

Anwendungen dafür sind zahlreich denkbar. Ein Grundbuch ohne Grundbuchamt, ein Patentregister ohne Patentamt, Aktiendepots ohne zentrale Verwahrstelle und Börsenhandel ohne zentrale Clearingdienste.

Oder eben Bankkonten und Zahlungsverkehr ohne Banken.

Die Blockchain Technologie macht all das möglich. Ein bereits sehr bekanntes Beispiel ist die Währung Bitcoin.

Fintech Startups erobern den Finanzsektor

Fintechs erobern zurzeit mit ihren Lösungen die Herzen der Verbraucher. Das sind zumeist Startup Unternehmen, die sich auf digitale Finanzdienstleistungen spezialisiert haben, wie zum Beispiel den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Sie reagieren mit ihrer Flexibilität schneller auf die Wünsche der Verbraucher und haben mit weniger hohen Kosten zu kämpfen, da ihre Infrastruktur nur im Internet besteht.

Sie sind einfach effizienter als die Großmeister der Branche mit ihren weit verzweigten Filialnetzen und ihren absurden Managerboni. Egal ob sie auf Blockchain Technologie setzen oder nicht.

Ein inzwischen sehr populäres Beispiel ist PayPal.

Die Zukunft der Banken

"Prognosen sind unsicher. Besonders wenn sie die Zukunft betreffen." Wie die Zukunft der Bankenlandschaft in fünf, zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird, kann niemand zuverlässig vorhersagen. Ebenso wie kein Fondsmanagement die Aktienkurse zum Ende des Jahres und kein Trader den Stand des Bitcoin zum morgigen Schlusskurs vorhersagen kann.

Es ist daher nicht zielführend, darüber zu mutmaßen in welche Richtung die Blockchain Technologie den Finanzsektor beeinflussen wird.

Die Erfahrung zeigt: Für die Dinosaurier gewisser Branchen wurden schon oft Todeshymnen gesungen. Doch fast genau so oft bedienten sie sich im Überlebenskampf der ultimativen zentralen Instanz, also des Staates.

Nicht selten mit Erfolg.

Denn dessen Handeln ist oft besonders unvorhersehbar. Und damit auch für die Blockchain Technologie ein großer Ungewissheitsfaktor.

Fazit

Und nun? Wird uns die Blockchain Technologie denn jetzt ein besseres Geldsystem bescheren? Das Potenzial dazu hat sie allemal. Transaktionen in einer Kryptowährung (so nennt man die einzelnen Währungen, die auf der Blockchain Technologie basieren) bieten die volle Effizienz des Internets.

Die dezentrale Struktur eliminiert das Gegenparteirisiko.

Das unkontrollierbare Anwachsen der Währungsmenge kann durch das Protokoll der Krytowährung verhindert werden. So wird es zum Beispiel niemals mehr als 21 Millionen Bitcoins geben. Die Versorgung aller Netzwerkteilnehmer ist dennoch sichergestellt, denn die Währungseinheiten sind in beliebig kleine Stücke teilbar.

Und der Prozess der Blockerzeugung benötigt Rechenkapazität und Energie. Je weiter die Kette fortgeschritten ist, desto rechenintensiver wird der Konsens für den nächsten Block. Deshalb kosten Transaktionen innerhalb der Blockchain Technologie auch einen minimalen Betrag (in der entsprechenden Währung). Dieser Betrag entspricht gerade dem Marktpreis der Rechenressourcen zum Mining. (Mining ist das Erzeugen eines neuen Blocks, was gleichzeitig zum Erzeugen neuer Währungseinheiten führt, womit der Miner für seinen Rechenaufwand belohnt wird.)

Kryptowährungen sind also gerade nicht das nächste Geld mit unsinnig abweichendem Nominalwert. Sie sind das erste elektronische Geld mit intrinsischem Wert.

Es ist Bargeld, losgelöst von der stofflichen Substanz.

Wie genau das alles funktioniert und wie man die Blockchain Technologie für sich selbst profitabel nutzen kann, das erfährst du in unserem kostenlosen E-Book.

Meteore und Dinos

Ist die Blockchain Technologie nun einem Meteor gleichzusetzen, der in die Bankenlandschaft kracht?

Das Bild passt nicht ganz, denn sie existiert schon seit 2008 und noch war kein echter Einschlag zu spüren. Dafür passt ein Bild aus der Persönlichkeitsentwicklung umso mehr: als ich das letzte Mal vor einer Aufgabe stand, die mir so unbezwingbar groß vorkam, dass ich schon aufgeben wollte, stellte mein Coach mir folgende Frage:

"Wie isst du einen Elefanten?"

Ich werde dir den Spaß, selbst auf die Antwort zu kommen, nicht nehmen. Aber ich hab eine weitere Frage für dich:

Hast du bereits Appetit auf Dinofleisch?

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    blockchain-hero

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